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Madlbauerkapelle

 

Im Weiler Wallester/Sommerholz steht unmittelbar an der Gemeindestraße diese 300 Jahre alte Pestkapelle. Sie ist gemauert und verputzt und trägt einen pyramidenförmigen Dachaufbau. Im Jahr 2008 wurden die Eternit-Platten durch ein Kupferdach ersetzt. Aus der Spitze des Daches wachsen ein Knauf und ein lateinisches Kreuz.

 

Der Grundriss der Kapelle ist quadratisch. In der heutigen Form stammt diese Kapelle aus dem Jahr 1963. Der Andachtsraum ist zwar verhältnismäßig klein, die Kapelle besitzt aber eine rechteckige, 85x200 cm große Tür und ist versperrbar.


Das Besondere der Kapelle ist die lebensgroße, stoffbekleidete Sitzmadonna mit dem Jesuskind. Sie ist seit 1872 in dieser Kapelle als Ausdruck der Marienverehrung und war ursprünglich in der Kirche in Henndorf. Sie ist mit kräftig rotem und blauem Gewand angezogen und trägt ein Szepter in der linken Hand. Der Jesusknabe, ebenfalls textil bekleidet mit einem weißen Kleid, hält einen Rosenkranz und eine blaue (Welt-)Kugel in der Hand. Da diese Kugel einen Stiel besitzt, wird sie auch als das „Schepperl“ bezeichnet. Maria neigt den Kopf leicht zur Seite, ihre Haltung wirkt entspannt. Diese Madonna ist ein wertvolles Beispiel der barocken Volkskunst. Sie trägt ein Szepter, aber keine Krone, und sie sitzt nicht auf einem Thron. Maria ist also hier nicht als Himmelskönigin dargestellt, viel mehr wirkt sie in einfacher Gewandung bäuerlich und gibt der Mühsal des menschlichen Alltags einen religiösen Sinn. Diese volkstümliche Marienfigur mit ihren rustikalen Zügen stellt eine „Madonna der Demut“, eine „Mater humilitatis“ dar.

 

Nach dem schrecklichen Pestjahr 1714, von dem Sommerholz weitgehend verschont blieb, wurde diese Votivkapelle im Jahr 1716 aus Dankbarkeit errichtet. Eigentümer der Kapelle sind Hermann und Rosmarie Windauer in Sommerholz 27.

 

Quelle: Raststätte. Auf dem Weg mit Christus (2009). Eigenverlag des PGR Neumarkt am Wallersee
Foto: Prof. Franz Paul Enzinger


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