Mit der Pfarrkirche Abtenau schaut der Pfarrverband Lammertal auf eine mehr als achthundertjährige Entstehungsgeschichte zurück.
Urkundlich ist die Kirche erstmals mit dem Datum 6. Mai 1191 bestätigt.
Seit jeher ist die Pfarre und somit auch die Pfarrkirche eng mit dem Stift St. Peter in Salzburg verbunden. Die Kirche überrascht durch ihre qualitätsvolle Ausstattung.
In den Jahren 2015/2016 wurde die Kirche unter großen ehrenamtlichen Engagement saniert und die liturgischen Orte neu geschaffen und von Erzabt Korbinian Birnbacher OSB geweiht.

Der Wunsch nach einer eigenen kleinen Kirche wurde gegen Ende des 19. Jahrhunderts laut. Eine Messlizenz für eine Kapelle gab es bereits seit 1864. 1903 ließ ein eigener Kirchenbauverein Pläne für ein neuromanisches Gotteshaus entwerfen, das auf dem Areal des Riegergutes entstehen sollte. Das Bauvorhaben scheiterte wegen des Ausbruchs des Ersten Weltkrieges. Erst 1960 wurde nach Plänen von Architekt Robert Posch aus Abtenau die heutige Saalkirche errichtet und von Erzabt Franz Bachler benediziert.
Der Altar mit dem Bild „Der 12-jährige Jesus lehrt im Tempel“ und die hll. Rochus und Sebastian stammen aus der Veitskapelle von St. Peter, die Kreuzwegbilder in Mosaiktechnik schuf P. Roman Morandell OSB.
Gottesdienstzeiten:

Der Bauherr – Achatius Rösch, Doktor der Theologie, apostolischer Protonotar, Pfarrer von Haus im Ennstal, von Altenmarkt und Radstadt – erbat sich die Bauerlaubnis von Abt Edmund Sinnhuber 1684. Schon zuvor hatte er, den Kirchenbau beabsichtigend, die Bauerngüter Ober- und Untermühlrain erworben. Mit dem Bauansuchen legte Rösch auch gleich die Rechtfertigung für sein Bauvorhaben offen: Er habe „...er sagte zwei gitlein ... zu deme erkaufft, damit daselbsten an dem Orth und in der Pfarr, da ich geboren ... und
allwo Filial- oder Capellen nit vorhanden, ... ich ain Capellen erbauen lasse.“ Es dürfte neben seiner Liebe zum Heimatort auch ein Gelübde zum Bau geführt haben, denn er schreibt auch von „... großer gnadenhilff der seeligsten Gottesgebährerin, in sonderheit 1669 im Pergfall zu Salzburg“. (Bei diesem Bergsturz der Mönchsbergwand in der Gstättengasse kamen über 200 Menschen ums Leben. Wie Achatius Rösch diese Katastrophe er- und überlebte wird nirgends angegeben.) Ein Epitaph im Altarraum des
Kirchleins erinnert an ihn. Hier liegt Rösch in „seiner“ Kirche begraben. Die unsignierten Baupläne dürften von GIOVANNI A. DARIO stammen, das Altarbild „Unsere liebe Frau mit der Lauretanischen Litaney umgeben“ malte JOHANN F. PERETH. Das Marienbild an der Außenwand des Chores stammt von P. Hildebrand G. Mayer OSB.
Heute wählen Hochzeitspaare gerne die heimelige Atmosphäre des Kirchleins für ihre Trauung.
Gottesdienstzeiten:

1929 benedizierte Erzabt P. Klotz den einfachen Bau nordwestlich vom Ortsteil Voglau. Ein ehemaliger Fronleichnamsaltar wurde zum Hochaltar umgerüstet. Die Heiligenfiguren (hll. Wilhelm und Leonhard) sowie der Gute Hirte sind Werke des Bildhauers ALOIS ZWERGER. Für die Unterkirche schuf JAKOB ADLHART eine Ölberggruppe. Mit diesem Kirchenbau wurde der Bevölkerung des am weitesten abgelegenen Pfarrsprengels, der Wunsch nach einem Gotteshaus in zumutbarer Entfernung erfüllt. Wallfahrten zum Wilhelm erfreuen sich in den letzten Jahren zunehmender Beliebtheit. Generalsanierung 2005.
Gottesdienstzeiten (Eucharistiefeier):

Das Kirchlein in Radochsberg ist im Abtenauer Ortsteil Stocker gelegen. Von den Pfarrkirchen Abtenau und Rußbach (letztere erbaut 1860), ist es etwa zwei Gehstunden entfernt. Die Weihe fand am Hochfest des heiligsten Herzens Jesu, dem 19. Juni 1903, statt. Jährlich wird das Herz-Jesu-Fest (es fällt auf den Freitag der Woche nach Fronleichnam) mit einem feierlichen Abendgottesdienst hier begangen. Weitere Abendmessen finden regelmäßig jeden ersten und dritten Montag im Monat statt.
Die Herz-Jesu-Kapelle steht auf Privatgrund. Die Erbauung verdankt sich der Initative des Johann Pramer, Schmiedmeister am Schmiedgut, weshalb die Kirche früher auch den Namen Schmiedkapelle trug. Bei der Erbauung half die Bevölkerung sehr viel mit, gegen das Versprechen, „sie werde imerfort bestehen bleiben“. Anlässlich des hundertjährigen Jubiläums wurde die Kirche umfassend saniert.
Der neugotische Altar mit Statuen des Herzens Jesu, der Muttergottes und des hl. Josef, stand vorher in der Pfarrkirche Abtenau. Die Bilder (Leuchterengel, Gleichnis von den Lilien auf dem Felde, reicher Fischfang, Maria Immaculata) stammen von P. Hildebrand Mayer (1911-1965). Großteils mit Hilfe von Spenden wurde 1995 eine Orgel (Erbauer Hermann Öttl) angeschafft. Sehenswert ist auch die Kirchenkrippe, erbaut 2024 vom Krippenbauverein Abtenau.
Um die Erhaltung und die Belebung der Kirche kümmert sich der Kirchenerhaltungsverein Radochsberg.
Gottesdienstzeiten: