Foto v.l.n.r.: Markus Hammer (Fachinspektor, Amt für Schule und Bildung der Erzdiözese Salzburg),Bildungsdirektor Rudolf Mair, Preisträgerin Julia Santner, Preisträger Elias Schratl, Marvin Promegger, Arno Prodinger, Weihbischof Hansjörg Hofer, Erwin Konjecic (Direktor, Amt für Schule und Bildung der Erzdiözese Salzburg). Die dritte Preisträgerin Victoria Binggl war aufgrund von Krankheit verhindert.
Die Erzdiözese Salzburg hat am Nachmittag des 21.04.2026 den elften Erzbischof-Dr.-Alois-Kothgasser-Preis an fünf Maturantinnen und Maturanten im Bildungszentrum Campus Borromäum verliehen: Gewürdigt wurden zwei Diplomarbeiten. Für Erwin Konjecic, Direktor des Amtes für Schule und Bildung der Erzdiözese Salzburg, ist dieser etablierte Preis „ein wichtiges Zeichen für qualitätsvollen Religionsunterricht“. Im Beisein von Weihbischof Hansjörg Hofer, Bildungsdirektor des Landes Salzburger Rudolf Mair, Fachinspektor Markus Hammer sowie Vertreterinnen und Vertretern der beiden Schulen fand die Verleihung statt.
Ein Preis ging an die Diplomarbeit „Gedenkkapelle ‚Unterspielbichlhof‘“ von Elias Schratl und Marvin Prommegger (HTL Saalfelden). Die Arbeit verbindet bautechnische Anforderungen mit einer tiefgehenden liturgisch-theologischen Fragestellung. Ausgangspunkt war ein persönlicher Trauerfall im familiären Umfeld, der zu einer intensiven Auseinandersetzung mit Fragen von Tod, Erinnerung und Transzendenz führte. In der Sprache der Architektur entwickeln die Autoren einen Kapellenentwurf, der sich sensibel in die Natur einfügt und durch symbolträchtige Elemente wie Licht und Wasser geprägt ist. Die Jury würdigte insbesondere die „materialgebundene Transzendenzsuche“ sowie die gelungene Verbindung von persönlicher Betroffenheit und fachlicher Reflexion.
Ein weiterer Preis wurde der Diplomarbeit „Mindset – (Mindset-Karten)“ von Victoria Binggl, Arno Prodinger und Julia Santner (Multiaugustinum St. Margareten) zuerkannt. Die Arbeit widmet sich den aktuellen Themen Resilienz, Achtsamkeit und Glück und überzeugt durch ihren praxisorientierten Zugang. Ausgehend von der Annahme, dass Jugendliche ihre Bedürfnisse selbst am besten einschätzen können, gelingt es den Autorinnen und dem Autor, theoretische Grundlagen mit konkreten Anwendungen zu verknüpfen. Besonders hervorgehoben wurde der Praxisteil mit den entwickelten Mindset-Karten, die vielseitig im Unterricht sowie in der persönlichen Entwicklung eingesetzt werden können. Auch der interreligiöse Zugang, insbesondere die Einbindung buddhistischer Perspektiven, wurde von der Jury positiv bewertet.
Die Jury betonte, dass aufgrund der unterschiedlichen Zugänge bewusst auf eine Reihung verzichtet wurde. Beide ausgezeichneten Arbeiten zeichnen sich durch hohe fachliche Qualität, eigenständige Reflexion sowie eine überzeugende Darstellung komplexer religiöser und ethischer Fragestellungen aus.
Direktor Erwin Konjecic würdigte in seinen abschließenden Worten das Engagement der Preisträgerinnen und Preisträger sowie die Bedeutung des Religionsunterrichts als Raum für kritisches Denken und persönliche Orientierung. Die ausgezeichneten Arbeiten seien ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie junge Menschen zentrale Fragen des Lebens reflektiert und kreativ bearbeiten.
Mit dem Erzbischof-Dr.-Alois-Kothgasser-Preis setzt die Erzdiözese Salzburg ein bewusstes Zeichen für die Qualität und Relevanz des katholischen Religionsunterrichts und holt herausragende Leistungen junger Menschen vor den Vorhang.
Förderer junger Menschen
Weihbischof Hansjörg Hofer erinnerte in seinen Worten an den Namensgeber des Preises, Erzbischof Alois Kothgasser, und zeichnete ihn als eine prägende Persönlichkeit der Kirche nach: geprägt vom Vorbild des hl. Don Bosco habe Kothgasser sein Leben ganz in den Dienst junger Menschen gestellt und sei als einfacher, bescheidener und zugleich tief engagierter Priester und Bischof in Erinnerung geblieben. Seine große menschliche Wärme, seine Güte und seine Fähigkeit, auf Menschen zuzugehen und ihnen Mut zu machen, hätten viele nachhaltig berührt. Besonders hob Hofer Kothgassers tiefes Gottvertrauen hervor, das sich in seiner Überzeugung ausdrückte, dass Jesus Christus selbst der „eine Arbeiter“ in der Kirche sei, während alle anderen als Mitarbeitende wirken dürften – ein Gedanke, der Zuversicht und Gelassenheit schenke. Der nach ihm benannte Preis sei daher ein bewusstes Zeichen für seine lebenslange Förderung junger Menschen und seines Brückenbauens im Dialog. Abschließend gratulierte Hofer den Preisträgerinnen und Preisträgern herzlich und zeigte sich überzeugt, dass sich auch Alois Kothgasser „vom Himmel aus“ über ihre Leistungen freue.
Würdigung von Abschlussarbeiten
Der Kothgasser-Preis soll Leistungen von Absolventinnen und Absolventen würdigen, die im katholischen Religionsunterricht in Begleitung einer Religionslehrperson eine herausragende vorwissenschaftliche Arbeit (AHS) oder Diplomarbeit (BHS) verfasst haben. Eine sechsköpfige Jury entschied über die Vergabe des Preises. Für die Bewertung fließen Kriterien wie theologische Relevanz, Praxisrelevanz durch vernetzte, ganzheitliche Lösungsansätze, Theorie-Praxis-Schluss, aktuelle Thematik sowie die anschauliche Darstellung des Themas ein. Hinzu kommt die Wertschätzung anderer Konfessionen und Religionen im Sinne des Konzilsdokuments „Nostra aetate“.