Als ich gestern auf einer Social-Media-Plattform durch die Beiträge stöberte, kam mir ein Video von Tarek Leitner unter, der gerade einen ZiB-Beitrag in Jugendsprache moderierte. Und obwohl ich mich selbst noch als recht junggeblieben empfinde, so zeigte mir diese Sequenz, dass ich allein der Wortwahl wegen von so manchen Themen der jungen Menschen nichts verstehe.
Gegenseitiges Verständnis ist jedoch die Grundvoraussetzung für eine funktionierende Zusammenarbeit im Team. Wie kann dies in all der Unterschiedlichkeit von Generationen gelingen? Tatsache ist, dass sich absolut jeder Mensch – unabhängig vom Alter – danach sehnt, gehört, verstanden und wertgeschätzt zu werden. Auch das tiefe Bedürfnis nach Zugehörigkeit und Verbundenheit zeichnet uns Menschen aus. Werden diese Bedürfnisse dauerhaft nicht erfüllt oder wahrgenommen, so kommt es zu Abwehrhaltungen, wie Verteidigung und Rechtfertigung (fight), Rückzug und Schweigen (freeze) oder Brüchen und einem Verlassen der Gruppe (flight). Dies passiert meist dann, wenn sich verschiedene Meinungen oder Zielvorstellungen gegenüberstehen und jede Person versucht, die eigene Sichtweise zu verdeutlichen, ohne auf die der anderen Person wirklich einzugehen.
Die meisten Menschen hören nicht zu, um zu verstehen, sondern um zu antworten.
Dieses Zitat von Stephen Covey zeigt im Umkehrschluss bereits, worauf es wirklich ankommt: nämlich im Austausch mit Menschen das Eigene erst einmal hintanzustellen, vorerst nur zu hören und die volle Aufmerksamkeit auf das Gegenüber zu richten. Der Versuch, die andere Person mit all ihrem Denken, Fühlen und Wollen zu hören, nennt sich echte Empathie. Und die brauchen wir alle – sie verursacht ein zufriedenes Gefühl, vermittelt Wertschätzung und stellt Verbundenheit her. Ein empathisches Zugehen auf andere Menschen ist wie ein Wundermittel, um guten Kontakt herstellen und Beziehungen aufbauen zu können. Dies gelingt am besten in einer fragenden Haltung: Wie geht es dir damit? Wie siehst du das? Was brauchst du, damit du gern mit dabei bist?
Auch wenn wir nicht immer damit einverstanden sind, was Andere tun, so liegt die Bedeutung darin zu verstehen, warum diese Person so gehandelt hat. Genau hierin liegt die Chance, trotz aller Unterschiede, ein gutes Miteinander zu entwickeln.