Das Bild eines Weges hat für mich in Bezug auf Beratung und Entwicklung immer schon eine starke Aussagekraft gehabt: Wege können manchmal pfeilgerade, verschlungen und gewunden, eben oder steil, glatt oder steinig sein. Sie können sich spontan zweigen, einen zu Umleitungen nötigen, überraschend Abkürzungen bieten, langweilig, frustrierend, erstaunlich, bereichernd, wunderschön, beinhart oder ganz einfach sein. Auf den angenehmen Abschnitten des Weges findet man sich – allein oder in Gesellschaft – meist gut selbst zurecht. An den holprigen Stellen können Hilfsmittel, wie Landkarten und Wegweiser, richtungsweisende Kompasse, rettende Wasserspender, erleuchtende Taschenlampen oder Kraftplätze zum Rasten und Energie tanken sehr hilfreich sein.
Genau für jene Abschnitte des Weges hat die Erzdiözese Salzburg über Jahrzehnte ein Netzwerk von Gemeindeberater*innen ausgebildet und aufgebaut, die für alle diözesanen Einrichtungen und Stellen wie Labe-Stationen entlang des Weges fungieren. Manches Mal packen wir dort die Leitplanken aus, damit unsere Kund*innen einen guten Rahmen für die Bearbeitung der eigenen Inhalte bekommen. Ein anderes Mal benötigen wir unsere Taschenlampen, um blinde Flecken sichtbar und bearbeitbar machen zu können. Oder aber wir bieten Landkarten, damit Sie sich besser orientieren, zurechtfinden und entscheiden können, wo der nächste Abschnitt denn hingehen soll und wie Sie ihn gestalten möchten.
Jenseits von richtig und falsch liegt ein Ort. Dort treffen wir uns. (Rumi)
Wie diese Metapher bereits zeigt, arbeiten wir in der systemischen Beratung und Prozessbegleitung gerne mit Bildern:
Besonders wichtig ist uns in der Beratung, einen offenen Rahmen für alle Beteiligten zu schaffen, indem wir von starren Gegensätzen wie „richtig und falsch“ weggehen, hin zu einem Verstehen, was hinter den jeweiligen Anliegen oder Widerständen liegen könnte. Dies ist dann der Boden, auf dem gegenseitiges Verständnis und der Wunsch nach Zusammenarbeit bzw. die Bereitschaft, einen gemeinsamen Konsens zu finden, wieder möglich ist.
Qualitätsstandards der Gemeindeberatung