Wer in Gott eintaucht, taucht neben seinen Mitmenschen auf,
sagt der Theologe Paul M. Zulehner.
Wenn ich mir manche Menschen, die mir in den Pfarren begegnen, anschaue, dann gilt das wohl auch in der anderen Richtung. „Wenn ich mich meinen Mitmenschen zuwende, dann begegne ich Gott." Darin drücken sich für mich die beiden Seiten einer „pfarrlichen" Spiritualität aus: Gott-verbunden und Menschen-freundlich.
Gott Raum geben - dazu sind wir eingeladen. In der Gemeindeberatung, im Pfarrgemeinderat, persönlich. In der Gemeindeberatung versuchen wir deshalb, einen Rahmen zu schaffen, in dem es möglich ist, sich und seine Mitwelt oder Umwelt auch spirituell wahrzunehmen, zuzuhören, und miteinander wertschätzend im Austausch zu sein.
Wenn Sie sich im PGR nicht im „Hamsterrad der Notwendigkeiten des Kirchenjahres" müdelaufen wollen, ist es wohl unerlässlich, sich konsequent um die spirituelle Verwurzelung Ihres Tuns zu bemühen - und zwar in beide Blickrichtungen. So etwa ist es hilfreich, jede Sitzung mit einem (Bibel-)Text zu beginnen, der in Zusammenhang mit einem konkreten Tagesordnungspunkt steht. Oder am Ende der Sitzung für drei Dinge in der Zusammenarbeit zu danken. Persönlich und gemeinschaftlich ermutigend kann auch ein Einkehrtag des PGR sein.
In der Praxis gut bewährt hat sich auch der methodische Dreischritt nach Cardijn: sehen, urteilen, handeln- im Blick auf Mensch und Gott:
Will der PGR ein umstrittenes Thema ins Auge fassen, kann dabei die Methode der „spirituellen Konversation" hilfreich sein, in der sich Sachdiskussion und geistliche Reflexion schrittweise abwechseln und ergänzen. Die Methode fordert ein strukturiertes Zuhören ein und fördert damit das wechselseitige Verstehen füreinander. Zuletzt wurde diese im „Synodalen Prozess" mehrfach eingesetzt. Die Gemeindeberatung kann dabei unterstützend mithelfen. Anfragen lohnt sich.