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05.05.2026

Verletzlichkeit in pastoralen Teams

„Meine Kraft ist in den Schwachen mächtig.“ (2 Kor 12,9)

Diese Aussage stellt unsere gängige Logik von Zusammenarbeit und Zusammenleben auf den Kopf. In einer Arbeitsgruppe, Verein oder auch im Pfarrgemeinderat ist es sicherlich gut, wenn man Leute hat, die an- und zupacken, die wissen, wo sie hinwollen; aber es ist ebenso wichtig, dass es andere gibt, die nachfragen, Bedenken äußern und prüfen, ob sie einen bestimmten Weg mitgehen können. Menschen, die sich von Sorgen anderer berühren lassen und auch mögliche Auswirkungen in den Blick nehmen, die bisher noch nicht bedacht wurden. Dafür braucht es Mut und die Bereitschaft Unsicherheiten auszuhalten. Das kann aber auch zu Verletzungen führen, indem man ignoriert wird, an den Rand gedrängt wird, als „Störfaktor“ übergangen oder als „schwierig“ abgestempelt wird.

Derartige Verletzungen zeigen sich auf unterschiedliche Weise, etwa durch störende und scharfe Kommentare in Sitzungen, durch Rückzug, durch Anschuldigungen oder auch in einer Stimmungsmache im Bekanntenkreis. Gerade im ehrenamtlich-pastoralen Kontext, indem Zusammenarbeit stark von Beziehung lebt und leben soll, ist es wichtig, Verletzungen und Verstimmungen möglichst hintanzuhalten, etwa durch aufmerksames Hinhören (ohne sofort zu bewerten oder zu lösen) aufeinander, durch grundsätzliches Ernstnehmen unterschiedlicher Meinungen, durch die bewusste Einbindung aller, auch der Stillen oder der Unbequemen, in die Meinungsfindung oder auch durch das Offenlassen unterschiedlicher Wege. Manchmal ist es auch hilfreich, den Rahmen für eine Aussprache zu verändern, z. B. in eine kleinere Gruppe gehen, in der man sich Zeit füreinander und für die Sache nimmt.

Mediation hilft. Ab wann?

Mediation wird hilfreich, wenn Konflikte oder Verletzungen nicht mehr aus eigener Kraft bearbeitet werden können, Gespräche eskalieren oder vermieden werden und Fronten sich verhärten. Sie ist ein freiwilliges, strukturiertes Verfahren, bei dem eine unabhängige neutrale dritte Person den Klärungsprozess begleitet. Mediation übersetzt Vorwürfe und Spannungen in Worte für Gefühle, Anliegen und Bedürfnisse. Lösungen werden nicht vorgegeben, sondern gemeinsam entwickelt, sodass die Beteiligten wieder handlungsfähig werden. Mediation in Anspruch zu nehmen, ist kein Zeichen für Schwäche, sondern für Mut, wieder auf eine gute Spur zu kommen.

Wenn sie Begleitung brauchen, stehen wir ihnen von Seiten der Gemeindeberatung gerne zur Verfügung.

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