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21.05.2026

Herz-Jesu: Herzfeuer und Ruheort

Den einen kann das Herz-Jesu-Fest nicht kitschig und gefühlsbetont genug sein, die anderen lehnen ein „blutrünstiges“ Herz und die damit verbundenen rührseligen Vorstellungen und Frömmigkeitsweisen der Herz-Jesu-Verehrung ab. Es geht aber auch anders… nämlich auch biblisch:

Diözese Linz

Als Jesus 1675 der Nonne Margaretha Maria Alacoque in einer Vision erschien, forderte er die Einführung eines eigenen Festes zur Verehrung seines heiligsten Herzens. Etwas trocken heißt es dagegen im Schott-Messbuch zu diesem Fest: „Das Herz-Jesu-Fest ist im Grund kein besonderes, kein abgesondertes Fest; wir feiern es Tag um Tag, immer wenn wir der Einladung Jesu folgen: „Kommt alle zu mir.“ Hier wird somit auf die Bibel geblickt, wo es heißt: „Kommt alle zu mir, die ihr euch plagt und schwere Lasten zu tragen habt. Ich werde euch Ruhe verschaffen. Nehmt mein Joch auf euch und lernt von mir; denn ich bin gütig und von Herzen demütig; so werdet ihr Ruhe finden für eure Seele.“ (Matthäus 11,28f: Evangelium des Festes Lesejahr A).

 

Interessant ist aber, dass es im Johannesevangelium nicht um das durchbohrte Herz Jesu, sondern vielmehr um die Seitenwunde Jesu geht: „Als sie [die Soldaten] aber zu Jesus kamen und sahen, dass er schon tot war, zerschlugen sie ihm die Beine nicht, sondern einer der Soldaten stieß mit der Lanze in seine Seite, und sogleich floss Blut und Wasser heraus.“ (Johannes 19,33f) An dieser kurzen Beschreibung hat sich die Herz-Jesu-Verehrung entwickelt und zwar über die Verehrung der Wundmale und der Leidenswerkzeuge, zu denen die Lanze gehört.

 

In der Präfation zum Herz-Jesu-Fest betet die Kirche: „In Wahrheit ist es würdig und recht … Am Kreuz erhöht, hat er [Jesus Christus] sich für uns dahingegeben aus unendlicher Liebe und alle an sich gezogen. Aus seiner geöffneten Seite strömen Blut und Wasser, aus seinem durchbohrten Herzen entspringen die Sakramente der Kirche. Das Herz des Erlösers steht offen für alle, damit sie freudig schöpfen aus den Quellen des Heiles. Durch ihn …“

 

Die Präfation verbindet über die am Kreuz sichtbar gewordene Liebe Gottes zu den Menschen und das offene Herz in weitere biblische Zusammenhänge ein. Die Lesungen unseres Festes lassen diese biblische Theologie der Liebe Gottes in unterschiedlicher Weise zu Wort kommen:

  • Der Gott Israels hat sein Volk ins Herz geschlossen und weil er es liebt, befreite er es aus Ägypten. (Deuteronomium 7,7f – Lesejahr A)
  • Als Israel jung war, gewann Gott ihn liebt, mit Ketten der Liebe zog er sein Volk an sich (Hosea 11,1.4 – Lesejahr B)
  • Gott hat uns geliebt und seinen Sohn als Sühne für unsere Sünden gesandt. (1 Johannesbrief 4,10 – Lesejahr A)
  • In der Liebe verwurzelt und auf sie gegründet, sollen die Christen dazu fähig sein, die Liebe Christi zu verstehen, die alle Erkenntnis übersteigt. (Epheser 3,17-19 – Lesejahr B)
  • Die Liebe Gottes ist ausgegossen in unsere Herzen durch den Heiligen Geist, der uns gegeben ist. (Römer 5,5 – Lesejahr C)

Diese Liebe Gottes und seine Liebesgabe wird täglich durch das biblische Wort ausgerufen und in der Heiligen Messe gefeiert – nicht nur am Herz-Jesu-Fest oder am ersten Freitag im Monat, dem Herz-Jesu-Freitag. Wir sind durch das Herz-Jesu-Fest eingeladen, unser manchmal so hartes Herz am Herzen Jesu zu bilden und damit zu „Mitliebenden“ Gottes zu werden. So heißt es im Schlussgebet der Herz-Jesu-Messe: „Entzünde auch in uns das Feuer der Liebe, damit wir in unseren Brüdern ihn [Christus] erkennen und ihm dienen“.

Unmittelbar spürbar ist dieses Feuer z.B. bei Teilhard de Chardin: „Jetzt aber wird … sichtbar, dass Du, Jesus, durch die ‚Offenbarung‘ Deines Herzens unserer Liebe vor allem das Mittel geben wolltest, dem zu entkommen, was zu eng, allzu scharf umrissen, allzu begrenzt an dem Bild war, das wir uns von Dir machten. Im Zentrum Deiner Brust bemerke ich nichts anderes als einen Glutofen; und je mehr ich dieses brennende Feuer ansehe, um so mehr scheint es mir, dass überall um es herum die Umrisse Deines Leibes zerschmelzen, dass sie über alles Mass hinaus grösser werden, bis ich in Dir keine anderen Züge mehr erkenne als die Gestalt der entflammten Welt.“

 

 

 

Brüske, Gunda: Heiligstes Herz Jesu. – Herzfeuer und Ruheort. In: Liturgisches Institut der deutschsprachigen Schweiz. URL: http://liturgie.ch/liturgieportal/kirchenjahr/christusfeste/199-heiligstes-herz-jesuhttp://liturgie.ch/liturgieportal/kirchenjahr/christusfeste/199-heiligstes-herz-jesuhttp://liturgie.ch/liturgieportal/kirchenjahr/christusfeste/199-heiligstes-herz-jesu [Aufgerufen: 3.6.2021]

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