Die wirtschaftliche, politische und soziale Situation ist aufgrund des jahrelangen Bürgerkriegs katastrophal. Der Konflikt hat dazu gefüht, dass sich viele Gemeinschaften nicht mehr durch Landwirtschaft, Viehzucht oder andere Aktivitäten selbst erhalten können. Viele Familien haben ihre Väter bzw. Söhne verloren, die entweder flüchteten oder ermordet wurden. Zurückgeblieben sind die Mütter, die sich nund allein um Kindererziehung und die Ernährung der Familie kümmern müssen. Einige Frauen sind bereits bei der Geburt ihres Kindes Witwen.
Die Felder blieben und bleiben witerhin unbestellt.
Gemeinsam mit Caritas und Hilfswerk Sr. Emmanuelle haben wir das Baby-Ernährungszentrum aufgebaut. Wir kennen die Gemeinden gut und dies ermöglicht uns, die bedürftigen und gefährdetsten Babys, Kinder und Familien zu identifizieren, die unter Mangel- und Unterernährung leiden.
Die Kindersterblichkeit, besonders der Kinder unter fünf Jahren, war aufgrund von Unterernährung und Krankheit erschreckend hoch. Kinder, die in sehr arme und benachteiligte Familien hineingeboren wurden, können sich durch das Ernährungsprogramm gesund entwickeln. Heute versorgen wir schätzungsweise 800 Babys und Kleinkinder dreimal wöchentlich mit nährstoffreichem Essen. Dadurch wurde nicht nur die Anzahl der mangel- und unterernährten Kinder reduziert. Auch die Kindersterblichkeit aufgrund von Hunger konnte stark gesenkt werden.
Wir unterstützen diese Kinder und Familien weiter. Die Kinder besuchen meist unseren Kindergarten oder die Grundschule. Dies sichert Kontinuität und trägt bei, unser Gesamtziel zu erreichen:
Hilfe zur Selbsthilfe.

Ohne Hilfe für die Grundschule ist die Situation in Lologo und den benachbarten Gebieten kaum vorstellbar. Kinder im Schulalter sind zu Hause geblieben, sie sind auf der Suche nach Essbarem umhergestreunt und haben die Abfälle durchsucht. Sie haben auf der Straße gebettelt und ihre Eltern haben mehr und mehr die Kontrolle über ihre Kidner verloren, weil sie mit dem täglichen Überlebenskampf beschäftigt waren. Sr. Emmanuelle sagte bei einem Besuch in einer von ihr gegründeten Schule: "Ich glaube, wenn jemand als Kind nicht geliebt wurde, kann er sich nur schwer anderen öffnen." Trotz der Liebe, die sie diesen Kindern entgegenbrachte und ihrem enormen Einsatz um ihr Leben zu verbessern, meinte sie oft bescheiden: "Ich denke, ich kann besser leben helfen als selbst leben."
Wemm diese hilflosen Kinder auf der Straße aufwachsen und keine Schule besuchen können, werden sie zu einem Problem für die Gesellschaft. Durch die Unterstützung für die Schule verändert das Hilfswerk Sr. Emmanuelle das Leben und investiert in eine bessere Zukunft der Kinder.
Durch die Unterstützung von Hilfswerk Sr. Emmanuelle und anderen Organisationen ist die Schule heute auf einem sehr guten Weg. 2017 hat die erste Schulklasse die Grundschule positiv abgeschlossen. Über 300 Familien profitieren von diesem Programm und über 850 Kinder besuchen die Grundschule täglich.


Die medizinische Versorgung im Südsudan ist katastrophal. Gewalt steht an der Tagesordnung. Das Land braucht dringend ausgebildete Ersthelfer. Die Vinzenzgemeinschaft hat daher einen Basiskurs "First Aid" ins Leben gerufen und bildet jährlich rund 100 Erst-Helferinnen und Erst-Helfer im Berufsausbildungszentrum in Lologo aus. Diese sind Multiplikatoren, die das erworbene Wissen in ihrem Umfeld weitergeben. Nach Abschluss des Kurses sind die Absolventen in der Lage, in medizinischen Notfällen rasch und professionell Erste Hilfe zu leisten. Ihr Wissen rund um das Thema Gesundheit, Erste Hilfe, Hygiene und Krankenpflege macht sie zu wertvollen Mitgliedern der Gemeinde.
Der Großteil der Teilnehmenden wird von der Hilfsorganisation für kurzfristige Programme, wie z.B. nationale Impfkampagnen oder ähnliche Gesundheitsprogramme, angestellt. Sie verdienen nun und sind in der Lage, für ihre Familien und sich selbst zu sorgen.

Im Ausbildungszentrum der St. Vincent de Paul Society in Juba werden jährlich rund 360 Frauen und Männer in sechs Berufen ausgebildet.
In dem von der Caritas und dem Hilfswerk finanzierten neunmonatigen Nähkurs erwerben circa 30 Frauen Kenntnisse im Nähen, Änderungsschneiderei und dem Zuschnitt verschiedener Schnittmuster (Schuluniformen, MännerHosen, Hemden, Kostüme und Kleider für Frauen, ... außerdem bekommen die Näherinnen die wichtigsten Tipps und Tricks für die Eigenständigkeit)
Zum erfolgreichen Abschluss erhalten die Absolventinnen eine Nähmaschine und können sich sofort selbstständig machen! Fertige Absolventinnen können somit durch ihr Nähen die Familie ernähren und sogar das Schulgeld für die Kinder erwirtschaften.

Texte vom der Caritas Homepage und 40 Jahre Bücherl!