Als Madeleine Cinquin 1908 in Brüssel geboren, tritt sie 1928 in den Orden "Unsere liebe Frau von Sion" ein. Nach dem Studium an der Sorbonne in Paris und in Istanbul unterrichtet sie an Höheren Schulen ihres Ordens in der Türkei, Tunesien und Ägypten.
1971 beendete sie ihre Unterrichtstätigkeit und setzte ihren Wunsch, den "Müllmenschen" in Ägypten zu helfen, in die Tag um. Sie übersiedelte in die Müllsiedlung "Ezbet-El-Nakhl" in Kairo, um dort deren Leben zu teilen.
Sie unterrichtete Kinder, beschäftigte sich mit den Jüngsten und erklärte den Älteren die Grundsätze von Hygiene und Krankenpflege. Im koptischen Bischof Athanasios von Beni Suef und im Orden der "Töchter Mariens" fand sie Mitstreiter im Kampf gegen das Elend. Um Gelder für ihre Projekte zu lukrieren, reiste sie nach Frankreich und Belgien und mobilisierte Freunde und Bekannte, die die Gemeinschaft der "Freunde von Sr. Emmanuelle und den Müllmenschen" gründeten. Es folgten Hilfswerke in der Schweiz, Deutschland, Österreich, England und Amerika. Es werden Schulen, Kliniken, Kindergärten, eine Handwerkschule, eine Kompostfabrik und Ziegelhäuschen für die Müllsammler gebaut.
1985 fuhr Sr. Emmanuelle in den Sudan, wo auf ihre Initiative Schulen, in denen die Kinder täglich mit einer warmen Mahlzeit versorft werden, und krankenhäuser entstanden. Gemeinsam mit Diakon Kamal Tadros baute sie ein Hilfswerk für Flüchtlinge im Sudan auf. Die Schwerpunkte liegen in Ernährungs- und Schulprojekten. So entstanden Baby-Ernährungszentren, Waisenheime, Farmen, Ausbildungszentren und Kliniken.
Ab 1987 bemühte sich Sr. Emmanuelle auch um die Kreigswaisen im Libanon.
Sr. Emmanuelle erhielt zahlreiche Auszeichnungen. 1987 wurde sie für den Friedensnobelpreis nominiert.
1994 musste Sr. Emmanuelle auf Anordnung ihrer Ordensoberin Kairo verlassen und sich nach Frankreich in das Altersheim des Ordens zurückziehen. Ihre Aktivität war jedoch ungebrochen - voller Elan wirkte sie weiterhin zum Wohl ihres Hilfswerkes mit, machte Reisen, kümmerte sich um Obdachlose und schrieb Bücher über die Abenteuer und Erkenntnisse ihres Lebens.
Am 20. Oktober 2008, knapp vor ihrem 100. Geburtstag, starb Sr. Emmanuelle. Ihr letztes Buch, ihre Biographie "Confessions d'une religieuse" erschien auf ihren Wunsch einen Tag nach ihrem Begräbnis.

Sr. Emmanuelle hat sich in ihrem fast hundertjährigen Leben in beeindruckender und vorbildhafter Weise jenen gewidmet, die im Evangelium als die "geringsten" Brüder und Schwestern genannt werden. Das ihren Namen tragende Hilfswerk setzt diesen Einsatz mit großer Kompetenz und Leidenschaft fort. Die "Erinnerung" an Sr. Emmanuelle wachzuhalten, heißt, ihre Anliegen im "Inneren" unseres Denkens und Tuns zu behalten. Zugleich ist das Hilfswerk auch ein starkes Zeichen für die Bereitschaft selbst Verantwortung zu übernehmen!
"Immer ist es Zeit für die größere Liebe" lautet das Credo der 2008, knapp vor ihrem 100. Geburtstag zu Gott berufenen Ordensfrau Schwester Emmanuelle. Aller Schnelllebigkeit und Ressourcehn-Optimierung zum Trotz hat dieser Satz auch vier Jahrzehnte nach der Gründung des "Hilfswerks Schwester Emmanuelle" als Hilfsorganistation nichts an Aktualität eingebüßt. Die Großzügigkeit unserer Spenderinnen und Spender machen das "Hilfswerk Schwester Emmanuelle" zu einer wichtigen Hilfsorganisation in ganz Österreich.

zum Lesen und Verschenken
(für 15 € Spende am Kirchenfenster in der Pfarrkirche Ellmau erhältlich)
Texte vom der Caritas Homepage und 40 Jahre Bücherl!