
Ein Kind wird geboren, und plötzlich ist vieles anders. Die Welt scheint für einen Moment stillzustehen, und im Staunen über dieses kleine Menschenkind spüren wir: Das Leben ist ein unbegreifliches Wunder, das unsere eigenen Möglichkeiten übersteigt.
Wir als Ihre Pfarrgemeinde freuen uns mit Ihnen und gratulieren Ihnen herzlich zur Geburt Ihres Kindes! Wir freuen uns mit Ihnen über das JA, das Sie zu diesem Kind gesagt haben, und über das JA, das Gott in diesem neuen Leben zu uns allen spricht.
Vielleicht spüren Sie gerade jetzt den Wunsch, Ihr Kind nicht nur in Ihre Familie, sondern auch in den Schutz einer größeren, göttlichen Liebe zu stellen. Die Taufe ist das erste Sakrament der Kirche und markiert den Beginn einer lebenslangen Reise.
Theologisch betrachtet ist die Taufe die Antwort Gottes auf das menschliche Leben. In einer Welt, die oft Leistung und Nutzen in den Vordergrund stellt, sagt Gott in der Taufe: „Du bist wertvoll, einfach weil du da bist. Noch bevor du etwas leistest, bist du von mir geliebt.“ Das Wasser der Taufe ist das Zeichen für dieses neue, unverlierbare Leben aus Gott.
Niemand glaubt für sich allein. Durch die Taufe wird Ihr Kind in den „Leib Christi“ eingegliedert – in die weltweite Gemeinschaft der Kirche. Wir in der Pfarre möchten für Ihr Kind und für Sie ein Ort der Beheimatung sein, an dem man Fragen stellen darf, den Glauben an Gott miteinander lebt, Sorgen teilt und die Feste des Lebens gemeinsam feiert.
Wir wissen, dass das Leben nicht nur aus Licht besteht. Die Taufe schenkt die Kraft, sich den Schatten des Lebens (die wir theologisch als Erbsünde bezeichnen) entgegenzustellen. Sie ist ein Sakrament der Befreiung: Christus geht mit Ihrem Kind durch alle Dunkelheiten hindurch zum Licht.
Wir freuen uns darauf, diesen Weg gemeinsam zu gehen. Die Taufe ist kein bloßer formaler Akt, sondern ein herzliches Ja zum Leben und zum Glauben.
Der Weg zur Taufe in unserer Pfarre
Wir möchten diesen Weg mit Ihnen gemeinsam gehen.
Ein paar Tipps für die Planung:
Melden Sie bitte Ihr Kind zur Taufe im Pfarrbüro an. Für die Anmeldung einer katholischen Taufe benötigen Sie eine Reihe von Dokumenten und müssen bestimmte kirchliche Voraussetzungen erfüllen.
Konfession: Ein Taufpate muss zwingend römisch-katholisch, getauft und gefirmt sein.
Kirchenstatus: Die Person darf nicht aus der Kirche ausgetreten sein.
Alter: Das Mindestalter liegt in der Regel bei 16 Jahren.
Ausschluss: Die eigenen Eltern des Kindes können nicht Taufpate sein.
Taufzeugen: Christen anderer Konfessionen (z. B. evangelisch) können zusätzlich als Taufzeugen fungieren, jedoch nicht als alleinige Paten.
Geburtsurkunde des Täuflings
Meldezettel (Meldebestätigung) des Kindes.
Taufscheine der Eltern
Standesamtliche Heiratsurkunde und ggf. der kirchliche Trauungsschein (sofern verheiratet).
Kontaktdaten: Name, Adresse und Beruf, E-Mail und Tel. Nummer
Taufschein des Paten (mit eingetragener Firmung, meist nicht älter als 6 Monate).
Kontaktdaten: Name, Adresse und Beruf, E-Mail und Tel. Nummer
Die Taufe ist weit mehr als ein festlicher Brauch; sie ist das fundamentale Fundament des christlichen Lebens und das erste der drei Initiationssakramente (Taufe, Firmung, Eucharistie). Theologisch betrachtet ist sie das sichtbare Zeichen der unsichtbaren Zuwendung (=Gnade) Gottes, die den Menschen in die Gemeinschaft mit Jesus Christus und seiner Kirche eingliedert.
In der katholischen Theologie symbolisiert das Übergießen mit Wasser das „Sterben und Auferstehen“ mit Christus.
Da Neugeborene ihren Glauben noch nicht selbst bekennen können, treten Eltern und Paten stellvertretend ein.
In der katholischen Theologie ist das Verständnis der Erbsünde (oft auch „Ursünde“ genannt) entscheidend, um die Heilsnotwendigkeit der Taufe zu verstehen. Hier ist eine Erklärung, die den Bogen von der biblischen Wurzel zur befreienden Wirkung der Taufe spannt:
Der Begriff „Erbsünde“ meint keine persönliche Tat, für die ein Neugeborenes verantwortlich wäre. Niemand wird „schuldig“ geboren. Vielmehr beschreibt sie einen Zustand, in den jeder Mensch hineingeboren wird:
eine tief sitzende Trennung zwischen Gott und der Menschheit.
1. Die theologische Wurzel
Die biblische Erzählung vom „Sündenfall“ im Paradies (Adam und Eva) verdeutlicht, dass das Vertrauensverhältnis zu Gott von Anfang an gestört wurde. Diese „Ursünde“ bedeutet, dass der Mensch dazu neigt, sich selbst in den Mittelpunkt zu stellen und ohne Gott sein zu wollen. In der katholischen Lehre ist die Erbsünde also das Fehlen der heiligmachenden Gnade, mit der der Mensch ursprünglich erschaffen wurde.
2. Die Welt als „solidarischer Unheilszusammenhang“
Wir werden in eine Welt hineingeboren, die bereits von Egoismus, Ungerechtigkeit und Leid geprägt ist. Dieser „Unheilszusammenhang“ beeinflusst uns, noch bevor wir unsere erste eigene Entscheidung treffen können. Die Erbsünde ist somit die geistliche Dimension dieser Gebrochenheit der Welt.
Hier setzt das Sakrament der Taufe an. Sie wird nicht vollzogen, um ein „böses“ Kind gut zu machen, sondern um es aus diesem Unheilszusammenhang zu befreien.
(Säuglings- bis Schulalter)
Viele Eltern wollen, dass ihre Kinder getauft werden und so diese bedingungslose Zusage Gottes erfahren dürfen: Du bist von Gott geliebt und gewollt. Das ist die frohe Botschaft des Christentums. Bei einer Kindertaufe sagen die Eltern stellvertretend für ihr Kind Ja zum Glauben an Jesus Christus und treffen bereits in den ersten Lebensmonaten die wichtige Entscheidung, dass ihr Kind getauft wird und Christ wird.
Die Eltern versprechen, Jesus nachzufolgen durch ein Leben aus dem Glauben: Dass sie ihr Kind im Glauben erziehen, es lehren, was es heißt Gott und die Nächsten zu lieben, wie Jesus es vorgelebt hat, dass sie mit dem Kind beten und dass sie ihm helfen, seinen Platz in der Gemeinschaft der Kirche zu finden. Deshalb ist die Kindertaufe nur dann sinnvoll, wenn dies gewährleistet ist und das Kind in einer christlichen Familie aufwächst, in der beide Elternteile der röm.-kath. Kirche angehören. Sollte ein Elternteil aus der Kirche ausgetreten sein, so ist es wünschenswert und wird empfohlen, dass dieser wieder in die Kirche eintritt. Falls dies nicht der Fall ist, und Sie der Kirche und dem Glauben ferne stehen, so ist zu überlegen, ob das Kind wirklich getauft werden soll. Es besteht auch die Möglichkeit einer Segnung in einer Feier, so kann dem Kind die Entscheidung zum Glauben und zur Zugehörigkeit zur Kirche durch die Taufe später selbst überlassen werden.
Grundsätzlich findet eine Taufe in der Pfarrkirche der Wohnpfarre statt. Denn in dieser Kirche soll der Täufling in die christliche Gemeinschaft hineinwachsen und etwa auch zur Erstkommunion zu gehen. Sollte jemand dennoch den Wunsch haben, in einer anderen Pfarre zu taufen, so muss eine Tauferlaubnis vom Pfarrbüro eingeholt werden. Es muss zumindest ein Elternteil der röm.-kath. Kirche angehören, dieser muss die Taufe wollen und begründen können, da in diesem Fall die Erlaubnis zur Taufe beim Erzbischof eingeholt werden muss. Ein Pate ist nicht unbedingt notwendig. Wenn es Paten gibt, dann gelten folgende Voraussetzungen:
Sie haben durch das Beispiel glaubwürdiger Christen Jesus als Ihren Erlöser kennengelernt und wollen zu ihm gehören? Der Taufe von Erwachsenen geht eine längere Vorbereitungszeit - Katechumenat - voraus, in der der Taufwerber lernen soll, was wir als Christen glauben und was es heißt, als Christ zu leben. Für Informationen wenden Sie sich bitte an das Pfarrbüro.
Bitte rechtzeitig mit dem Pfarrbüro einen Tauftermin vereinbaren, dieser vereinbart mit Ihnen auch ein Taufgespräch, bei dem die Bedeutung der Taufe erklärt sowie der Ablauf der Feier besprochen wird. Folgende Dokumente werden benötigt:
Der Ablauf der Taufe in der röm.-kath. Kirche ist weltweit gleich, hier kann er angesehen werden. Eine musikalische Gestaltung kann sein, muss aber nicht. Wichtig dabei ist: Liebeslieder an Kinder von bekannten Pop- und Schlagersängern sind oft sehr schön und berührend, vom Inhalt her haben sie jedoch meist nichts mit der christlichen Taufe zu tun und können daher nicht verwendet werden. Passende Lieder sind nur solche, die inhaltlich zumindest ein paar Aspekte des christlichen Taufverständnisses zum Ausdruck bringen. Denn alle Lieder in einem Gottesdienst sind ein gesungenes Gebet, sie sollen uns helfen, unsere Beziehung zu Gott zu vertiefen. Der Pfarrer ist bei der Auswahl von Liedern gerne behilflich.