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Inhalt:

„Gott allein sollen wir dienen“

Fastenhirtenbrief 2026

 

von Erzbischof Franz Lackner

Auf Wunsch des Herrn Erzbischofs möge der Hirtenbrief am 1. Sonntag der Vierzig Tage, dem 22. Februar 2026, in allen Gottesdiensten verlesen und in geeigneter Weise bekannt gemacht werden.

 

Fastenhirtenbrief 2026 (PDF)

 

  Zurück: Die Fastenzeit

„Gott allein sollen wir dienen“

 

Schwestern und Brüder,
liebe Gläubige im Herrn!

 

Hinter uns liegt ein Heiliges Jahr der Hoffnung, in dem wir zur Pilgerschaft gerufen waren. In der Tat sehen wir im Rückblick, dass dieses Jahr 2025 geheiligt war: Unser Papst Franziskus kehrte ins Haus des Vaters zurück, doch Petrus ist bei uns in Leo XIV., der als sichtbares Zeichen der Einheit und mahnender Fürsprecher des Friedens nun die ganze Kirche im Hirtenamt führt und begleitet. Aber nicht nur hinter, sondern auch vor uns liegt ein besonders Jahr – es sind nunmehr acht Jahrhunderte seit dem Heimgang des Heiligen Franziskus von Assisi vergangen, mit dem mein Orden und damit meine spirituelle Heimat ihren Anfang genommen haben. Das Zeugnis des „armen Kleinen“ ist und bleibt mannigfaltig, und ebenso aktuell bis in unsere Tage.

 

Ein Beispiel dazu: Thomas von Celano, der erste Biograf des Franziskus, berichtet aus dem Jahr 1209 vom Vorbeizug des römisch-deutschen Kaisers Otto IV. auf seinem Weg zur Krönung in Rom. Es muss ein gewaltiges, pompöses Schauspiel gewesen sein. Franziskus jedoch blieb dem Zug des Kaisers fern, und er gebot auch den Brüdern, sie dürften nicht hingehen. Nur einem erlaubte er es, und dies zu einem einzigen Zweck: Dem Kaiser zu verdeutlichen, dass sein Ruhm nur von kurzer Dauer sein werde. Franziskus‘ Mahnung galt und gilt allen Mächtigen: Die Tage des Ruhmes sind kurz auf dieser Erde. Franziskus aber, so heißt es im Bericht wörtlich, „wandelte in der Weite seines Herzens und bereitete Gott in sich eine würdige Wohnung. Darum merkte er nicht auf den von außen kommenden Lärm und kein Wort konnte ihn erschüttern.“

 

Dieser Bericht lässt uns auch in unseren Tagen innehalten. Wir sind mitten in Entwicklungen gestellt, welche die allermeisten unter uns wohl nicht erwartet haben und die keiner von uns ersehnt hat. Um uns herum sehen wir, wie das Recht des Stärkeren zunehmend nicht nur gelebt, sondern akzeptiert wird. Regelbasierte Politik weicht laut Fachleuten immer mehr einer machtbasierten Politik. Die Souveränität von Ländern soll sich der Hegemonie weniger Großer unterordnen – es ist eine Zeit der neuen Imperien, die heraufzuziehen scheint. Es sind Szenarien, die nicht wenige von uns ängstigen, denn Gewalt in staatlicher Dimension nährt sich von Leben und Geist der Menschen. Besorgniserregend ist dabei zu sehen, wie einmal mehr der Glaube für solche Zwecke instrumentalisiert wird: in Gottes Namen wird Krieg legitimiert, wird repressive Politik argumentiert, wird letztlich getötet. Gott und der Glaube an ihn werden so als reine Instrumente, als Hebel der Macht, der Polarisierung und letztlich Kontrolle missbraucht.

 

Was im Großen gilt, setzt sich über kurz oder lang auch im Kleinen, im je Persönlichen fort: Man ordnet sich unter, teilweise bereitwillig; man gibt klein bei; man versucht, den persönlichen Schaden zu begrenzen. Man ist dafür bereit, mit der Lüge als „Wahrheit“ zu leben; es braucht auch keinen wirklichen Frieden, es reicht schon, wenn man seine Ruhe hat. Wir sind versucht, schnelle und bequeme Lösungen dem Wahren und Richtigen vorzuziehen.

 

Der Blick in das Evangelium des ersten Fastensonntags führt uns zu den Versuchungen Christi selbst. Auf dreierlei Weise tritt der diábolos, der Durcheinanderwerfer, an ihn heran; mit drei Grundthemen aller Menschen versucht er den Menschensohn vom Kreuz abzubringen. Es sind dies Nahrung, Gesundheit und Macht. Er solle Steine zu Brot werden lassen; er solle sich bewusst in Gefahr begeben, denn die Engel würden ihm helfen; und er könnte alle Reiche der Welt haben, wenn er nur Gott widersage.

 

Wir erkennen uns in diesen Versuchungen wieder: Wir möchten nicht hungern; wir wollen gesund sein; und wir wollen nicht ohnmächtig sein, wir wollen lieber selbst Macht haben – oder sie in den Händen jener wenigen Starken sehen, die unsere Wünsche und Sehnsüchte am ehesten zu erfüllen versprechen. Jesus aber stellt sich dem deutlich entgegen: „Weg mit dir, Satan! Denn in der Schrift steht: Den Herrn, deinen Gott, sollst du anbeten und ihm allein dienen.“

 

Denken wir auch an das Magnificat Mariens! In den wenigen Worten, die uns von der Gottesgebärerin überliefert sind, heißt es: „Er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen.“ Gemeint sind vor allem die Herrschsüchtigen, die Macht als Willkür ausüben, sich selbst erhöhen, die Gott oft wie ein Schutzschild vor sich hertragen und mit ihm ihren Anspruch untermauern wollen. Dazu sagte vor bald neun Jahrzehnten Papst Pius XI. ganz klar: „Gottgläubig ist nicht, wer das Wort Gottes rednerisch gebraucht, sondern nur, wer mit diesem hehren Wort den wahren und würdigen Gottesbegriff verbindet. (…) Nur oberflächliche Geister können der Irrlehre verfallen, von einem nationalen Gott, von einer nationalen Religion zu sprechen.“ (Enzyklika „Mit brennender Sorge“, 9 & 15)

 

Gewiss werden manche einwenden: Unser Papst sitzt doch auch auf einem Thron! Der Bischof, der diese Worte schreibt, vertritt auch irdische Macht! Die Kirche ist doch so mächtig und einflussreich in der Welt! – Es stimmt, dass mit manchem kirchlichen Amt auch bisweilen Einfluss und Autorität verbunden sind und es vor allem in der Vergangenheit waren. Wo Macht ist, wird sie früher oder später auch missbraucht; diese zutiefst menschlichen Verfehlungen bekennt die Kirche auch immer wieder aufs Neue. Doch Macht und Herrschaft sind nicht ihr Ziel und nicht Mittel zum Zweck. Vielmehr möchte sie von zwei Dimensionen her geprägt sein: einer synodalen, um das je Verbindende und Gemeinsame immer neu zu entdecken, und einer hierarchischen, um das Gestiftete und zu Bewahrende durch die Zeiten zu erhalten. Auf diese Weise bleiben wir ursprünglich mit Jesus Christus verbunden.

 

„Ich habe das meine getan, was euer ist, möge euch Christus lehren“, sagte der Heilige Franziskus auf dem Sterbebett. Diese Fastenzeit möge uns erneut ins Bewusstsein rufen: Der christliche Glaube ist nicht Werkzeug der Macht, sondern zuinnerst Option für den Frieden und die Armen. Der Friede beginnt mit der Zufriedenheit in uns; er vollendet sich nicht allein in Waffenstillständen, sondern in wirklichem Frieden unter Menschen, die einander lieben. Denn so lehrt es uns Jesus: Gott mit ganzer Seele und ganzem Herzen zu lieben, und weiter die Nächsten zu lieben wie auch uns selbst, darin bestehen Gesetz und Propheten (vgl. Mt 22,40).

 

Bewahren wir uns diese Haltung auch im Angesicht der Versuchungen der Welt. Dazu möchte ich in diesen Fastentagen des Gedenkjahres des Heiligen Franziskus besonders einladen. Beten wir für den Frieden, der so vielen immer noch verwehrt ist – und beten wir füreinander, dass wir den falschen Versprechungen der Welt widerstehen. Heiliger Franziskus von Assisi, bitte für uns!

 

Mit den herzlichsten Segenswünschen für eine gnadenreiche Fastenzeit grüßt euch euer

+ Franz Lackner

Erzbischof

 


Medieninhaber (Verleger) und Herausgeber: Erzb. Ordinariat Salzburg
Schriftleitung: Vizekanzler MMag. Albert Thaddäus Esterbauer-P.
Kapitelplatz 2, 5020 Salzburg
Bildnachweis: www.wikiart.org/en/giotto/st-francis-renounces-all-worldly-goods-1299, abgerufen am 26.01.2026.
Salzburg, 10. Februar 2026

 


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