Die Erzdiözese Salzburg, Sei So Frei und der Orden der Franziskanerinnen trauern um Sr. Margaretha Moises, die am Freitag, 29. Mai 2026, im 95. Lebensjahr verstorben ist. Die österreichische Franziskanerin hat sich jahrzehntelang für die Bildungs- und Friedensarbeit in Kolumbien eingesetzt.
Margaretha Moises wurde am 14. März 1932 als viertes Kind einer Bauernfamilie in Bad Hofgastein geboren. Nach dem Besuch der Volksschule und der Hauptschule in ihrer Heimatgemeinde absolvierte sie die Haushaltungsschule in der Stadt Salzburg. Im Jahr 1950 trat sie bei den Franziskaner Missionsschwestern von Maria Hilf im damaligen Kloster in Gaißau (Vorarlberg) ein.
Nach einer zweijährigen Vorbereitungszeit folgte im Jänner 1953 die Ausreise in die Mission nach Kolumbien, wo sie zeitlebens ein beeindruckendes Lebenswerk aufbaute. Sie widmete sich zunächst dem Lehramtsstudium in Cartagena de Indias, welches sie 1956 abschloss. Ihr tiefer Wissensdrang führte sie weiter an die Päpstliche Universität Xaveriana in Bogotá, wo sie das Studium der Erziehungswissenschaften und der Theologie absolvierte und 1970 erfolgreich beendete. Anschließend war sie mit ganzem Herzen in der Jugendarbeit tätig – ihr besonderes Augenmerk galt dabei den benachteiligten und am schwersten erreichbaren ländlichen Gebieten in Amazonien und den Anden.
Ab 1980 gab sie ihr reiches Wissen als Lehrende an der Päpstlichen Universität Xaveriana in den Fächern Religionswissenschaften und Pastoraltheologie an nachfolgende Generationen weiter. Im selben Jahr wurde sie zur Gründerin der Organisation CEDAL (Zentrum für Bildung & Kommunikation) mit Sitz in Bogotá. Über diese Organisation setzte sie sich über Jahrzehnte hinweg unermüdlich für die Bildung und Ausbildung von Kindern und Jugendlichen sowie für eine nachhaltige Friedensarbeit ein.
Ihr außergewöhnlicher und mutiger Einsatz im Dienst der Mitmenschen blieb auch in ihrer Heimat nicht unbemerkt und wurde vielfach gewürdigt. Im Jahr 1998 wurde Margaretha Moises in Salzburg mit dem renommierten Romero-Preis ausgezeichnet. Im Jahr 2012 wurden ihr zudem das Große Verdienstzeichen des Landes Salzburg sowie der Rupert-und-Virgil-Orden in Großgold verliehen.
Am Montag, dem 22. Juni feiern wir um 19 Uhr in der Franziskanerkirche in Salzburg die heilige Messe zu Ehren der Verstorbenen.