Eine synodale Kirche ist nach Papst Franziskus eine Kirche, in der sich Volk Gottes, Bischofskollegium und Bischof von Rom wechselseitig zuhören. Um dies auf verschiedenen Ebene zu ermöglichen und dabei auch die Umsetzung des Gelernten nicht aus dem Blick zu verlieren, gliedert sich der synodale Prozess in vier Phasen mit folgenden Schwerpunkten:
Die Erzdiözese Salzburg bzw. die Österreichische Bischofskonferenz haben sich in folgenden Dokumenten in den Ablauf eingebracht:

In der Erzdiözese Salzburg wurde der Prozess am 17.10.2022 mit einer Vesper im Dom eröffnet.
Danach hatten Einzelpersonen und Gruppen die Möglichkeit knapp sechs Monate - von Oktober 2021 bis Februar 2022 - ihre Gedanken zur Kirche als Weggemeinschaft online einbringen. Dazu wurden eigens Befragungsunterlagen für verschiedene Zielgruppen entwickelt (Kinder, Jugendliche und Erwachsene) und eine umfangreiche Öffentlichkeitsarbeit begonnen. Erzbischof Lackner etwa veröffentlichte einen eigenen Hirtenbrief und warb in einem ORF-Beitrag um Beteiligung:
Den Grundstock der Fragen bildeten zehn Themenbereiche, die vom Heiligen Stuhl in einem Vorbereitungsdokument für den synodalen Prozess angeregt wurden. Die Erzdiözese Salzburg machte zudem von der Möglichkeit Gebrauch, eigene Fragen anzufügen, die sich auf die Bedeutung des Glaubens und der Kirche für das persönliche Leben bezogen. Auf die zweite zusätzliche Frage „Was ich der Kirche schon immer sagen wollte…“, langten die meisten Rückmeldungen ein.
Außer Einzelpersonen der Erzdiözese beteiligten sich auch Gruppen von Jugendlichen und Erwachsenen sowie Gremien der Erzdiözese. Zudem lud Erzbischof Dr. Franz Lackner verschiedene Gruppen zu Anhörkreisen ein, u. a. Vertreterinnen und Vertreter anderer christlicher Konfessionen in Salzburg. Die Beteiligung als Gruppe wurde besonders forciert, um Erfahrungen synodaler Gesprächs- und Beratungsprozesse bereits auf den kleinsten Ebenen zu fördern.
Das eigens eingesetzte Redaktionsteam mit Beteiligung des IFZ wertete die eingelangten Rückmeldungen aus – insgesamt 1636 Dokumente, die von ca. 3280 Personen stammen – und erarbeitete ein Arbeitspapier (Instrumentum Laboris). Besonders erfreulich war die hohe Beteiligung von Jugendlichen zwischen 14 und 18 Jahren (419 Personen in Einzelbefragung und 213 Gruppen, mit einer stärkeren Beteiligung von Mädchen als Burschen). Insgesamt beteiligten sich etwas mehr Frauen als Männer. Darüber hinaus brachten sich circa 900 Kinder in einer eigens von der Katholischen Jungschar für sie entwickelten Befragung ein.
Das Arbeitspapier wurde in einer zweitägigen vorsynodalen Versammlung mit 160 ausgewählte Personen, die einen möglichst repräsentativen Querschnitt durch die Erzdiözese gewährleisten sollten, diskutiert.
Ausgehend von den Impulsen der Versammlung erarbeitete das Redaktionsteam die finale Synthese der Erzdiözese Salzburg:
Die Synthese wurden im September 2022 in der Pressekonferenz vorgestellt.
Mit Veröffentlichung des Schlussdokuments vom Oktober 2024 eröffnete Papst Franziskus die Umsetzungsphase. Aktuell befinden wir uns daher in der Umsetzungsphase.
Ziel des synodalen Prozesses war, möglichst viele unterschiedliche Teilnehmerinnen und Teilnehmer einzubinden, indem zum Beispiel auch kirchenferne Personen und besonders vulnerable Gruppen gezielt angesprochen wurden, sich an der Befragung zu beteiligen. Dabei traten jedoch auch Schwierigkeiten auf. So war es bspw. aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht möglich, Menschen, die die Kirche verlassen haben, einzuladen. Gelegentlich haben Eingeladene ihre Absage mit der Enttäuschung über vorangegangene Prozesse begründet, deren Ergebnisse nicht umgesetzt worden seien. Vereinzelt gab es auch grundsätzliche Vorbehalte gegenüber einer synodalen Kirche. Hier zeigte sich insbesondere Sorge bzw. Abwehrverhalten gegen Entwicklungen, wie sie aktuell im Rahmen des synodalen Wegs in Deutschland zu beobachten sind. Bei der vorsynodalen Versammlung erwies es sich als schwierig, den anvisierten repräsentativen Querschnitt durch die Diözese, insbesondere im Hinblick auf die Bandbreite theologischer Standpunkte, abzubilden.
Für Informationen zum synodalen Prozess auf Österreichebene besuchen Sie bitte folgende Website: