Wenn wir etwas Unsichtbares darstellen wollen, müssen wir kreativ werden und Symbole finden, mit denen wir das Unsichtbare verständlich machen. Diese Zeichen stehen stellvertretend für das, was wir nicht darstellen können. Das kann sowohl bildlich sein, sprachlich oder auch eine Zeichenhandlung. Ein Geist hat bekanntlich keine sichtbare Gestalt, und darum muss auch der Heilige Geist mit Symbolen dargestellt werden. In der Kunstgeschichte gibt es ein paar Symbole, die immer wieder für den Geist herangezogen werden.
Eine der bekanntesten Darstellungen des Heiliges Geistes ist die Taube. Sie kommt bereits im Buch Genesis im Alten Testament vor in der Geschichte der Sintflut. Zunächst ist sie ein Symbol der Hoffnung, weil sie nach der Flut mit einem frischen Olivenzweig zur Arche zurückkam. Im Neuen Testament lesen wir, dass bei der Taufe Jesu der Heilige Geist wie eine Taube.
In der Apostelgeschichte lesen wir, dass beim Pfingstereignis der Heilige Geist auf die Jüngerinnen und Jünger herabkam und sie mit ermutigt, die gute Nachricht von Jesus Christus zu erzählen. Der Geist kommt auf die Jüngerinnen und Jünger in Gestalt von „Zungen wie von Feuer“ (Apg 2,3).
Der Wind ist ebenfalls in der Pfingstgeschichte ein Zeichen des Geistes. Sowohl das hebräische (ruach) als auch das griechischen (pneuma) Wörter für den Geist bedeuten neben „Geist“ auch gleichzeitig „Atem“ oder „Wind“. Das Atmen steht dabei für das Leben und der Geist ist die Kraft, die lebendig macht.
Daas Wasser ist das Element, mit dem getauft wird. Im Lukasevangelium (Lk 3,16) sagt Johannes der Täufer: „Ich taufe euch mit Wasser. Er wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen.“ Wenn wir heute mit Wasser taufen, dann ist es ein Zeichen für den Heiligen Geist und steht für Leben, Reinigung und Neuanfang.
Jesus spricht in den Evangelien davon, einen Beistand zu schicken. Das griechische Wort, können wir auch als „Anwalt“ oder „Tröster“ übersetzen. Jesus kündigt den Geist an für die Zeit nach Ostern, wenn er nicht mehr vor Ort ist. Der Heilige Geist tritt an die Stelle Jesu und steht den Gläubigen bei.
Aus der russisch-orthodoxen Kirche kenne wir die Dreifaltigkeitsikone von Andrej Rubljow aus dem 15. Jahrhundert. Die göttlliche Dreifaltigkeit wird in Gestalt von drei Menschen oder Engeln dargestellt, die gemeinsam an einem Tisch sitzen. Die Ikone veranschaulicht so, dass alle drei Personen (Vater, Sohn und Heiliger Geist) gleich wichtig sind.