eds (tru) / Der heilige Jakobus ist der Patron etlicher Pfarrkirchen in der Erzdiözese Salzburg. Viele dieser Kirchen stehen an historischen Straßen, Kreuzungen oder in Tälern mit Passübergängen. Sie weisen auf Jakobus als Patron der Pilger und Reisenden hin.
Seit dem 12. Jahrhundert zeigt die Kunst Jakobus als Pilger. Pilgermuschel, Pilgerstab, Pilgerhut, Pilgerflasche sowie Buch oder Schriftrolle gehören zu seinen typischen Attributen. Sie erinnern an seinen Auftrag, den christlichen Glauben zu verkünden. Der Überlieferung nach brach Jakobus als erster Apostel zu Missionsreisen auf. Die Jakobsmuschel entwickelte sich zum bekanntesten Symbol. Einer Legende zufolge bedeckten Muscheln einen galizischen Fürsten, als er den Reliquien des Heiligen begegnete. Eine Stimme aus dem Himmel erklärte sie zum Zeichen der Tugenden des heiligen Jakobus. Seither tragen Pilger die Muschel als Erkennungszeichen. Gleichzeitig diente sie unterwegs als Trinkschale.
Oft hält Jakobus ein Schwert in der Hand. Es erinnert an seinen Märtyrertod: König Herodes Agrippa I. ließ ihn nach der Apostelgeschichte enthaupten. In Spanien zeigt ihn die Kunst häufig auf einem weißen Pferd. Der Überlieferung nach stand Jakobus den christlichen Truppen im Kampf gegen die Sarazenen bei. Diese Darstellung machte ihn zu einem wichtigen Schutzpatron Spaniens.
Um Jakobus ranken sich verschiedene Überlieferungen. Die Apostelgeschichte berichtet von seinem Tod in Jerusalem. Spätere Legenden erzählen, Jakobus habe zuvor in Spanien gepredigt. Nach einer anderen Tradition brachte man seine Gebeine zunächst in das Jakobskloster am Sinai und später zum Schutz vor den Sarazenen nach Spanien. Um 816 entdeckte man die Reliquien wieder. Der Legende nach führte ein Sternenlicht zu ihrem Grab. Daraus entstand der Name Compostela – campus stellae, das „Sternenfeld“. Santiago de Compostela entwickelte sich zu einem der bedeutendsten Wallfahrtsorte der Christenheit. Neben Rom und Jerusalem zieht die Stadt bis heute Pilger aus aller Welt an.
Jakobus schützt zahlreiche Berufsgruppen, darunter Apotheker, Drogisten, Arbeiter, Hutmacher, Seeleute, Wachszieher, Schmiede, Lastträger, Ritter und Strumpfwirker. Als Krankenpatron rufen ihn Gläubige bei Rheumatismus an.
Am 25. Juli feiert die Kirche den Jakobitag. Früher markierte er einen wichtigen Zeitpunkt im bäuerlichen Jahreslauf. Er galt als Glückstag für die Ernte, als Ziehtag für das Gesinde in den Alpen und als Festtag der Hirten. Vielerorts segnete man an diesem Tag die ersten Äpfel.
Bis heute erinnern Bauernregeln an den Jakobitag: „St. Jakobi nimmt hinweg die Not, bringt erste Frucht und frisches Brot.“
„Um Jakobi heiß und trocken, kann der Bauersmann frohlocken.“
Der Jakobsweg verbindet seit Jahrhunderten Menschen in ganz Europa. Seit 2005 führt eine durchgehend ausgeschilderte Route auch durch Salzburg. Sie beginnt im Trumer Seenland an der Grenze zu Oberösterreich, verläuft durch die Stadt Salzburg und führt weiter über Bad Reichenhall, Unken, Lofer und Waidring nach St. Johann in Tirol. Von dort geht es über Wörgl ins Inntal und weiter Richtung Westen bis nach Santiago de Compostela. Der Weg knüpft an eine jahrhundertealte Pilgertradition an und macht den heiligen Jakobus bis heute zu einem Begleiter vieler Menschen.
Foto: Die Pfarrkirche zum hl. Jakobus dem Älteren in der Gemeinde Koppl.