Die Asche ist im Alten Orient ein Symbol der Reinigung und der Buße. In den Schriften der Bibel finden wir immer wieder Erzählungen von Ritualen, in denen sich Menschen zum Zeichen der Reue und Trauer in Asche setzen und ihren Kopf mit Asche bedecken.
Von dieser Praxis leitet sich auch das Aschenkreuz ab, das zum Beginn der österlichen Bußzeit am Aschermittwoch gespendet wird, sowie das Sprichwort „Asche auf mein Haupt“, das man verwenden kann, wenn man einen Fehler eingestehen will. Außerdem verbindet man das Aschekreuz mit der zweiten Schöpfungserzählung in Genesis 2,7;3,9, in der Gott den Menschen aus dem Staub der Erde formte und ihm sagt: „Staub bist du / und zum Staub kehrst du zurück.“ (Gen 3,19) Von diesem Spruch leitet sich auch die liturgische Formel ab, die früher die Auflegung des Aschenkreuzes begleitete. Heute ist das Zitat aus dem Beginn des Markusevangeliums (Mk 1,15) üblich: „Kehre um und glaube an das Evangelium!“
Der Buße geht ein Verständnis von Schuld und Sünde voraus. Buße ist hier das Eingeständnis, einen Fehler begangen zu haben und sich gegen Gott und gegen seine Mitmenschen verfehlt zu haben. Buße hat auch damit zu tun, umzukehren auf den Weg, des Evangeliums als Richtschnur für ein gelingendes Leben vor Gott und den Menschen.
Die Kirche kennt auch liturgische Feiern und Rituale der Buße: Das Grundlegende Sakramente der Buße ist die Taufe. Danach kann im Sakrament der Versöhnung, auch Beichte genannt, weitere Buße gefeiert werden. Genauso kennt die Kirche besondere Zeiten der Buße. Allen voran steht die Fastenzeit als österliche Bußzeit. Daran, dass die Bußzeit im Osterfest endet, lässt sich erkennen, dass das Ziel von Buße nicht die Selbsterniedrigung oder sich selbst schlecht zu reden ist, sondern in der Freude liegt, frei zu sein für ein neues Leben mit Gott.
Die liturgische Farbe der Buße ist violett.
Das Exsultet ist das große Osterlob, das zum Beginn der Osternachtsliturgie im Kerzenlicht gesungen wird. In diesem Lobpreis aus dem 4. oder 5. Jahrhundert werden die Heilstaten Gottes besungen, vor allem der Auszug Israels aus Ägypten und die Auferweckung Jesu. Diese beiden Ereignisse werden miteinander in Bezug gesetzt.
„Exsultet“ ist das erste Wort der lateinischen Fassung und bedeutet „Frohlocket!“
Der Text des Exsultet verdeutlicht, dass wir heute vom alttestamentlichen Pascha und der Auferweckung Jesu ebenso angesprochen und auch im Heute von Gott in die Freiheit geführt werden.
Das Fastentuch ist ein Vorhang, mit dem während der Fastenzeit der Altar in der Kirche verhängt wird. Der Brauch, Altäre, Christusdarstellungen und Kreuze zu verhüllen, reicht zurück ins Mittelalter. Dabei wird biblisch auf den Vorhang im Jerusalemer Tempel rückgegriffen, der das Allerheiligste abtrennte. Die Passionserzählungen in den Evangelien nach Markus, Matthäus und Lukas erzählen, dass dieser Vorhang entzweiriss in dem Moment als Jesus am Kreuz starb.
Durch das Verhüllen wird dem Auge der Blick auf Jesus entzogen. Zudem hat die Farbe Violett eine farbpsychologische beruhigende Wirkung. Am Fünften Fastensonntag werden alle Prunkkreuze verhängt. Während der Karfreitagsliturgie wird das Kreuz enthüllt.
Die Fußwaschung ist ein Ritual, das von Priestern und Bischöfen während der Liturgie des Gründonnertags vollzogen wird. Sie geht auf eine Stelle im Johannesevangelium zurück (Joh 13,1-20), in der Jesus seinen Aposteln die Füße wäscht. Jesus übernimmt dabei die Aufgabe, die eigentlich Sklaven und Dienern zugerechnet wird. Wenn der Priester einer Auswahl von zwölf Menschen die Füße wäscht, soll das ein Zeichen sein für seinen Dienst an den Menschen.
Die Geschichte von der Fußwaschung finden wir nur bei Johannes. Anders als die sogenannten synoptischen Evangelien (Matthäus, Markus & Lukas), die bei der Geschichte vom Letzten Abendmahl den Einsetzungsbericht der Eucharistie („Das ist mein Leib…“ bzw. „Das ist mein Blut…“) überliefern, berichtet Johannes an der gleichen Stelle von der Fußwaschung. Die Hingabe Jesu in der Eucharistie wird dadurch zum Auftrag der Nächstenliebe für seine Nachfolger und damit auch für uns heute.
Der Karfreitag ist der einzige Tag des Jahres, an dem wir keine Eucharistie (keine Messe) feiern. Bei der Feier des Leidens und Sterbens Christi steht das Kreuz im Mittelpunkt. Ein Teil dieses Gottesdienstes ist der Wortgottesdienst, hierbei werden die Großen Fürbitten gebetet. Diese zehn Fürbitten sind überall und jedes Jahr gleich:
1. Für die heilige Kirche
2. Für den Papst
3. Für alle Stände der Kirche (Geweihte und Laien)
4. Für die Katechumenen (Taufkandidaten)
5. Für die Einheit der Christen
6. Für die Juden
7. Für alle, die nicht an Christus glauben
8. Für alle, die nicht an Gott glauben.
9. Für die Regierenden
10. Für alle Not leidenden Menschen
Zu besonderen Anlässen oder Krisen, die das Jahr besonders prägen, können die Bischöfe eines Landes eine zusätzliche Fürbitte einfügen. Beispielsweise wurde dies während der Covid-Pandemie und seit dem Krieg in der Ukraine getan.