(eds/tru) Die Fastenzeit hat für viele Menschen eine tiefe Bedeutung. Sie ist nicht nur eine religiöse Tradition, sondern auch eine Zeit der Reflexion und der Rückkehr zu den eigenen Wurzeln. Besonders für Menschen mit Migrationsgeschichte kann sie eine Verbindung zu ihrer Heimat und zu den Traditionen ihrer Kindheit herstellen. Dies beschreibt Monica Ladinig, eine Regionalreferentin der katholischen Frauenbewegung, die ihre Erfahrungen und Gedanken über die Fastenzeit mit uns teilt.
Monica ist vor 25 Jahren aus Lima, der Hauptstadt Perus, nach Österreich gekommen. Die Fastenzeit war für sie bereits in ihrer Kindheit ein wichtiger Moment, um sich auf das Wesentliche zu besinnen. Sie erinnert sich an die besonderen Rituale und die Atmosphäre der Osterzeit in ihrer Heimat. "Die Fastenzeit ist eine Zeit, in der ich zurückkomme zu meinen Wurzeln, zu meiner Heimat und meiner Gemeinschaft", sagt Monica. Obwohl sie nun in Österreich lebt, fühlt sie sich in dieser Zeit immer wieder mit ihrer Heimat verbunden. Besonders die Ostertraditionen, die sie aus ihrer Kindheit kennt, begleiten sie und geben ihr Halt. "Es ist diese Tradition, die mich immer wieder erdet und mir hilft, das Gefühl von Gemeinschaft zu spüren", erklärt sie.
In ihrer Kindheit war die Fastenzeit für Monica eine Zeit der Besinnung und des Innehaltens. Besonders Karfreitag hatte für sie eine ganz besondere Bedeutung. Es war ein Tag der Trauer, an dem ihre Familie gemeinsam das Leben und die Passion Jesu betrachtete. "Wir haben Filme über das Leben von Jesus und seine Kreuzigung geschaut, und es war immer eine Zeit des Gesprächs und des Gedenkens", erinnert sie sich. Diese gemeinsamen Erlebnisse haben Monica nicht nur die religiöse Bedeutung der Fastenzeit nähergebracht, sondern auch das Gefühl der Familie und der Gemeinschaft gestärkt. Das gemeinsame Essen ohne Fleisch und die Tradition, an Karfreitag die sieben Kirchen zu besuchen, gehörten ebenfalls zu den festen Ritualen. Diese Erlebnisse prägten Monica und gaben ihr das Gefühl, Teil einer größeren Geschichte zu sein.
Heute lebt Monica mit ihrer eigenen Familie in Österreich. Die Traditionen, die sie aus ihrer Kindheit kennt, möchte sie nun an ihre Kinder weitergeben. Doch sie hat auch gelernt, dass sich Rituale mit der Zeit verändern können. "Es ist wichtig, dass wir diese Traditionen leben, aber wir müssen auch Raum für unsere eigenen Erfahrungen schaffen", so Monica. Die Osterzeit ist für sie heute eine Zeit, um mit ihrer Familie zusammenzukommen und die Bedeutung von Gemeinschaft zu spüren. Dabei ist es ihr wichtig, ihre Kinder an den Traditionen ihrer Heimat teilhaben zu lassen. "Ich möchte, dass meine Kinder verstehen, was es bedeutet, in der Fastenzeit zu leben und was es heißt, Liebe und Hoffnung zu teilen", sagt Monica.
Die Fastenzeit ist für Monica nicht nur eine Zeit des Verzichts, sondern auch eine Zeit der Hoffnung und der Liebe. Sie erinnert sich an die Worte ihrer Mutter, die immer wieder betonte, dass es in dieser Zeit darum geht, das Leid Jesu zu verstehen und die Liebe Gottes zu erfahren. "Es ist die Zeit, in der wir über die wahre Liebe nachdenken – eine Liebe, die uns heilt und verbindet", erklärt sie. Auch die Besuche in der Kirche während der Osterzeit gehören für Monica immer noch zu den besonderen Momenten. Ob sie nun mit ihrer Familie oder mit Freunden gemeinsam in die Kirche geht, die spirituelle Erfahrung ist für sie ein wichtiger Teil der Fastenzeit.
Die Fastenzeit ist eine Zeit der Rückkehr zu den eigenen Wurzeln und der Gemeinschaft.
Ich möchte diese Zeit nutzen, um mit anderen Menschen zusammenzukommen, über die Bedeutung der Fastenzeit zu sprechen und gemeinsam zu beten.
Für Monica ist es wichtig, dass auch ihre Kinder und die Menschen in ihrem Umfeld verstehen, dass die Fastenzeit mehr ist als nur eine religiöse Tradition. Sie ist eine Zeit der Besinnung, der Liebe und der Hoffnung. Eine Zeit, in der wir uns auf das Wesentliche besinnen und uns auf das Gute im Leben konzentrieren.