(eds/tru) Der Salzburger Rangglerverband pflegt seit Jahrzehnten eine der ältesten Kampfsportarten des Alpenraums. Was früher als friedliches Kräftemessen unter Sennern, Hirten und Bauern begann, entwickelte sich zu einem anerkannten Wettkampfsport. Trotz dieser Entwicklung bewahrte das Ranggeln seine tiefen kulturellen Wurzeln.
Jedes Jahr treffen sich die besten Ranggler der Alpenregion beim traditionellen Jakobiranggeln am Hundstein. Dort kämpfen sie um den begehrten Titel des „Hagmoar“, der als höchste Auszeichnung im Ranggeln gilt.
Zum Jakobitag gehört nicht nur der sportliche Wettkampf, sondern auch der Glaube. Vor dem Ranggeln feiern Teilnehmer und Besucher traditionell eine Bergmesse. In diesem Jahr wird sie von Pfarrer Klaus Laireiter (selbst Hogmoar am Hundstein 1978) gestaltet. Ernst Voithofer, Obmann des Salzburger Rangglerverbandes betont die besondere Bedeutung dieses Brauchs: „Ich freue mich besonders auf die Bergmesse, die von Pfarrer Klaus Laireiter gelesen wird. Zudem gibt es Almen, auf denen täglich gemeinsam gebetet wurde – vor allem in den Kapellen, wenn es dort eine gab. Jakobi am 25. Juli steht für die Halbzeit der Almsaison. Früher begann der Almauftrieb ungefähr Mitte Juni und dauerte bis Mitte September.“ Seit 2010 gehört das Jakobiranggeln zum Nationalen Verzeichnis des Immateriellen Kulturerbes Österreichs. Es verbindet bis heute Sport, Brauchtum und Glauben auf einzigartige Weise.
Im Jahr 1947 gründeten engagierte Ranggler den Salzburger Rangglerverband in Zell am See. Heute vereint der Verband die Rangglervereine des Bundeslandes Salzburg und organisiert den gesamten Wettkampfbetrieb. Er plant Meisterschaften und Ranggelveranstaltungen, bildet Kampfrichter aus, fördert junge Talente und arbeitet eng mit den Verbänden in Tirol, Südtirol und Bayern zusammen. Gemeinsam entwickeln sie den Sport weiter und schaffen einheitliche Wettkampfbedingungen.
Das Ranggeln zählt zu den ältesten Kampfsportarten Europas. Bereits im Jahr 1518 erwähnten historische Quellen diesen Sport erstmals. Beim Ranggeln versuchen zwei Athleten, ihren Gegner mit einer sauberen Technik auf beide Schulterblätter zu legen. Dabei entscheiden nicht nur Kraft und Ausdauer über den Erfolg. Ebenso wichtig sind Technik, Schnelligkeit, Geschicklichkeit und Fairness. Schmerzgriffe, Würgegriffe oder andere gefährliche Techniken sind verboten. Dadurch bleibt der Wettkampf sicher und fair.
Für Obmann Ernst Voithofer ist das Ranggeln etwas ganz Besonderes. Er sieht darin einen festen Bestandteil des alpinen Lebens und der gelebten Tradition. „Glaube und Brauchtum sind sehr eng miteinander verbunden. Die Almbauern, Hirten und Hüterbuben ranggelten oft in ihrer kargen Freizeit auf den Almen.“ Diese enge Verbindung zwischen Alltag, Glauben und sportlichem Wettstreit prägt den Ranggelsport bis heute.
Der Salzburger Rangglerverband zeigt eindrucksvoll, wie sich Tradition und moderner Sport erfolgreich verbinden lassen.
Wer Ranggeln erlebt, spürt schnell, worauf es ankommt: Respekt, Fairness, Disziplin und Zusammenhalt. Genau diese Werte machen den Salzburger Rangglerverband zu einem wichtigen Botschafter des traditionellen Sports – heute und in Zukunft. Obmann Ernst Voithofer sagt: "Ranggeln ist die ehrlichste Art die Kräfte zu messen. Als Angriffsranggler versuchte ich immer Menschen zu begeistern. Und diese Leidenschaft hat mich nicht wieder losgelassen."
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