(eds/ tru) Als Seminarbäuerin in der Erzdiözese Salzburg erlebe ich jedes Jahr aufs Neue die Bedeutung der Osterzeit, nicht nur in religiöser Hinsicht, sondern auch im Rahmen unserer tief verwurzelten Traditionen und Bräuche. Für mich ist Ostern eine ganz besondere Zeit, in der in der Familie, Gemeinschaft und das tägliche Leben miteinander verschmelzen. Ich möchte euch heute erzählen, wie wir Ostern feiern – mit viel Herz, alten Rezepten und traditionellen Ritualen.
Einer der Höhepunkte in den Ostervorbereitungen ist das Backen des Osterzopfs. Am Karsamstag, meist nachmittags, backen wir den Zopf gemeinsam mit den Kindern. Diese Aktivität hat bei uns Tradition, und ich kann mich noch gut daran erinnern, wie es früher war, als ich noch Kind war. Der Duft von frischem Gebäck durchzieht das ganze Haus, und das ist immer ein besonderer Moment in der Familie.
Der Osterzopf ist ein tiefgehendes Symbol für die Auferstehung und das neue Leben, das Ostern mit sich bringt. Oft verfeinern wir den Zopf mit Rosinen. Für mich persönlich ist der Zopf ein Symbol der Hoffnung und des Neubeginns – ein Ritual, das von Generation zu Generation weitergegeben wird.
Am Ostersonntag, nach der Osternacht, kommen alle zur Familie, und wir beginnen den Tag mit einem Osterfrühstück.
Es ist auch der Moment, in dem wir die Auferstehung Christi feiern und uns daran erinnern, wie wichtig Gemeinschaft und Zusammenhalt sind. In Salzburg wird dieses Frühstück oft in großer Runde abgehalten – mit Großeltern, Tanten, Onkeln und natürlich den Kindern. Für mich ist es der wichtigste Moment des gesamten Osterfests.
In der Osternacht gehen wir zur Kirche und erleben die tiefgründige Zeremonie der Speisensegnung. Dort segnen wir die mitgebrachten Speisen – darunter auch den frischen Osterzopf – und bringen sie so in den Einklang mit der göttlichen Segnung für das neue Leben, das mit der Auferstehung verbunden ist. Ich nehme oft meine Kinder mit, damit sie von klein auf lernen, wie wichtig diese rückbesinnende Tradition in unserer Region ist.
Als Seminarbäuerin habe ich nicht nur viel über das Handwerk des Backens gelernt, sondern auch, wie man solche Traditionen weitergibt.
Der Osterzopf ist ein Erbe, das von Generation zu Generation weitergegeben wird. Es ist ein Zeichen für den Zusammenhalt innerhalb der Familie, aber auch für die Verbindung zu unserer Region, wo dieser Brauch tief verwurzelt ist.
für 2 Stk.
* Ein Ei kommt ganz in den Teig, das zweite Ei schlage ich in eine Tasse und versprudle es. Die Hälfte kommt in den Teig und die andere Hälfte verwende ich später zum Bestreichen.
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