(eds/tru) / „Am Palmsonntag wurde Jesus von den Einwohnern Jerusalems mit großer Freude empfangen“, beginnt Domkapitular Simon Weyringer zu erzählen. Jesus ritt auf einem Esel in die Stadt und weckte damit die Hoffnung der Menschen auf den kommenden Messias. Diese Handlung verweist auf die messianischen Verheißungen, die bereits in den Propheten zu finden sind, besonders in der Stelle aus dem Buch Zacharias (9,9), die verkündet, dass der König in Demut auf einem Esel in Jerusalem einziehen wird.
Die Menschen in Jerusalem erkannten, dass Jesus der Messias war, der gekommen war, um das Volk zu retten. Zunächst begrüßten sie ihn als den erwarteten Erlöser, doch ihre Freude sollte sich bald ändern. Der Messias, den sie sich erhofft hatten, sollte nicht der Befreier von der römischen Herrschaft sein, sondern ein leidender Erlöser, dessen tiefere Mission es war, die ganze Welt von den Sünden zu befreien und allen Menschen das Heil zu bringen.
„Am Gründonnerstag beginnt die Karwoche mit einem besonderen Gedenken: Jesus feierte das letzte Abendmahl mit seinen Jüngern, bei dem er die Eucharistie einsetzte“, erklärt Simon Weyringer,
Lehrbeauftragter der Universität Salzburg, weiter. Bei dieser Feier stiftete er auch das Priestertum, indem er den Aposteln den Auftrag gab, das Gedächtnis seines Opfers immer wieder zu feiern: „Tut dies zu meinem Gedächtnis.“
An diesem Abend wusch Jesus seinen Jüngern die Füße, ein Zeichen der Demut und der Liebe. Diese Handlung verbindet sich mit der Eucharistie, die eine Vergegenwärtigung seines Opfers ist, sowie mit dem Priestertum, das die Aufgabe hat, diese Feier in der Kirche fortzuführen. Die Eucharistie ist nicht nur ein Gedächtnis an das vergangene Opfer, sondern sie soll uns auch in ein Leben der Nachfolge Christi führen, das sich in Dienst und Liebe für andere Menschen ausdrückt.
„Der Karfreitag ist ein existenzieller Tag, der uns zum zentralen Ereignis des christlichen Glaubens führt: dem Leiden und Tod Jesu Christi am Kreuz. Dieser Tag erinnert uns daran, wie Jesus, der Unschuldige, das Kreuz auf sich nahm und für die Sünden der Welt starb“, erklärt Simon Weyringer, Pfarrprovisor der Pfarre St. Blasius. Das Kreuz wird so zum Zeichen des Heils. Was ursprünglich ein Werkzeug der Ablehnung und des Todes war, wird durch Gottes Hand zu einem Zeichen der Annahme, Vergebung und des neuen Lebens.
Am Karfreitag verbinden wir unsere eigenen Leiden mit denen Jesu. Wir übergeben ihm all das, was uns belastet: unsere Sorgen, Ängste und auch unsere Schuld. Das Kreuz steht als Symbol für die Hoffnung, dass Gott uns in allem begleitet und uns erlöst. Es ist ein Moment der Verehrung und des Dankes für die Liebe, die uns durch Jesu Opfer zuteilwird.
Die Osternacht ist der Höhepunkt der christlichen Liturgie und das zentrale Ereignis des Glaubens: Jesus ist von den Toten auferstanden. Er hat den Tod überwunden und damit den Weg zu einem neuen Leben geöffnet – für sich und für alle Menschen. In der Osternacht wird uns die tiefere Bedeutung des Lebens in Christus klar: Wir sind nicht für den Tod bestimmt, sondern für das ewige Leben, das mit der Auferstehung Christi in unser Leben hineingebrochen ist.
Durch die Auferstehung Jesu werden wir mit ihm verbunden. Das Leben, das er durch seine Auferstehung hat, wird uns durch den Glauben, die Sakramente und den Heiligen Geist geschenkt. Diese Gemeinschaft mit dem Auferstandenen ist nicht nur eine zukünftige Hoffnung, sondern beginnt bereits im Hier und Jetzt. Besonders in der Feier der Osternacht erfahren wir das Leben als neue Schöpfung, die wir in der Taufe empfangen und die sich in unserer Nachfolge Christi widerspiegelt.
In der Osternacht hören wir die Lesungen aus dem Alten Testament, die uns die gesamte Heilsgeschichte Gottes vor Augen führen. Von der Schöpfung bis zur Verheißung des Messias wird deutlich, dass Gott einen Plan des Heils für die Menschheit verfolgt. Der Höhepunkt dieses Heilsplans ist die Auferstehung Jesu.
Die Osternacht ist auch die Zeit, in der Erwachsene getauft werden. In der Taufe erfahren sie die neue Schöpfung, die Jesus durch seine Auferstehung eröffnet hat. Die Taufe ist das Zeichen dafür, dass wir mit Christus in den Tod gegangen sind, um mit ihm in ein neues Leben zu treten. In dieser Gemeinschaft mit dem Auferstandenen dürfen wir Hoffnung auf das ewige Leben haben.
„Für uns Christen ist Jesus der Ursprung unseres Lebens. In ihm ist das Leben, das nicht vergeht, sondern sich in Herrlichkeit entfaltet. Durch seine Auferstehung hat er uns die Gewissheit gegeben, dass auch wir zu diesem neuen Leben berufen sind. Dieses Leben ist ein Leben der Hoffnung, das sich schon hier und jetzt in der Beziehung mit dem Auferstandenen manifestiert. Ostern ist somit nicht nur ein zukünftiges Versprechen, sondern eine Einladung, schon heute in der Gemeinschaft mit dem Auferstandenen zu leben. Es ist die Freude und die Hoffnung, die wir in unserem Leben als Christen erfahren können, und die uns dazu anspornt, unseren Weg in der Nachfolge Jesu zu gehen“, sagt uns Domkapitular Simon Weyringer.